Hey du! Ja, du!
Der Tag der Entscheidung stand nun endlich an. Nachdem der Großteil des Fanclubs doch lieber von zu Hause aus die Daumen drücken wollte, genügte fast der Mannschaftsbus um unser Team natürlich, aber auch Vorstand Stefan Bäsche und die noch übrigen Anhänger (Reinhard Bäsche und Roland Miehlich) nach München zu bringen. Der Familiäre Anhang von Alexander Römming kam überraschend zur Olympia-Schießanlage, um beim Nachmittags-Durchgang anzufeuern und den Schießsport mal von seiner besten Seite kennenzulernen. Die Stimmung am Morgen war eher etwas trüb, doch für ein Foto-Shooting mit den neuen T-Shirts konnten unsere Pistoleros noch herhalten.

Vor Ort machte man so natürlich auch Eindruck. Allerdings ist Aussehen nicht alles und es ging nach der Waffenkontrolle bald schon in die erste Runde, wo man auf eine andere Weise beeindruckte. Die Nervosität war in der großen Halle bei wirklich jedem zu spüren, jedoch kam unsere Mannschaft – Alexander Römming setzte am Vormittag aus – eigentlich gut rein. Aber über die 40 Schuss hinweg passierte leider so einiges. Mannschaftsführer Christian Bäsche konnte überraschender Weise am besten brillieren. Während die Pistole in der Luft alles tat außer ruhig zu sein, angelte er dennoch dicke 363 Ringe an Land. Julian Miehlich und Stefan Gandenheimer erreichten 357 Ringe, was zwar akzeptabel war, aber nicht gut genug, um die restliche Aufregung im Team auszugleichen. Denn Ronny Vogel ließ den Durchgang quasi unkontrolliert passieren und sah sich letztlich bei 345 Ringen wieder, die er sich nicht erklären konnte, besonders da seine letzten Wochen mit hervorragenden Trainingsleistungen geschmückt waren. Und dann war noch Ersatzmann Florian Miehlich mit am Stand. Auf ihn konnte man sich über die Saison hinweg wirklich verlassen, doch an diesem Tag war er der Situation nicht gewachsen. Denn auch er konnte sich die letztlich dastehenden 340 Ringe nicht erklären. Somit fanden sich die Schretzheimer auf dem 6. Platz von 8 Wettstreitern wieder. Nur die Kollegen aus Zusamzell und Osterberg blieben noch weiter abgeschlagen von den 3 Aufsteigerplätzen. Steinheim (die 2. aus der Schwabenliga-Süd) besetzte Platz 5 zum Mittag. Folglich war zur Pause die Stimmung bei allen Schwaben… Reden wir nicht darüber.
Allerdings war für alle Schretzheimer bewusst, dass die Chancen heuer eigentlich richtig günstig waren. Denn es gab nur eine Mannschaft, die am Vormittag die 1800er-Marke erzielt hatten. Platz 2 und 3 blieben im Vergleich zu den Saisonleistungen der Eintracht auf Schlagdistanz. Dennoch musste man durch die Vorleistung schon knappe 30 Ringe aufholen, um mit Platz 3 (SV Kinsau aus Oberbayern) überhaupt gleichzuziehen. Die Situation war also jedem klar und es startete die zweite Runde.
Alexander Römming löste Florian Miehlich ab und kam gut in den Wettkampf. Da er, durch seine Begleitpersonen sich selbst eigentlich nur noch mehr Druck setzte, als ohnehin schon bestand, war dies eine umso bemerkenswertere Leistung. Aber zur letzten Serie Griff Alexander nach den Sternen… erzielte eine phänomenale 97er-Serie und ließ erstklassige 371 Ringe auf dem Monitor aufblitzen! Ziemlich bald darauf wurde auch Stefan Gandenheimer mit sicher geschossenen 361 Ringen fertig. Ronny Vogel hatte seinen Vormittag bestens verdaut und zimmerte starke 364 Ringe in den Zählerkasten. Somit standen noch zwei Schretzheimer an der Linie, während auch die anderen Mannschaften fertig wurden und somit der Hochrechnung einiges an Futter gaben. Die Kinsauer konnten nämlich ihren Nerven nicht mehr standhalten und rutschten weit ab. Durch die hervorragenden Ergebnisse die unsere Drei schon abgeliefert hatten, war man nun mit „Wendlstoana Putzbrunn“ (Eine Mannschaft aus der Münchner Region) im direkten Schlagabtausch um Platz 3 und somit der letzten Aufsteigerplatzierung. Christian Bäsche war an diesem Tag super in Fahrt. So schoss er auch am Nachmittag einige 10er, die seine Ausreißer locker deckten und hatte nun noch 6 Minuten für den letzten Schuss übrig, während zum Einen Julian noch 8 Schüsse abzugeben hatte und zum Anderen die Hochrechnung Schretzheim für den Drittplatzierten hielt. Alle Anhänger der Eintracht standen unter Strom, sodass sie sich auch nicht mehr auf den Stühlen halten konnten. Julian gab drei Schüsse ab – was alles nur gute 9er waren – bis Christian von Schweiß gebadet seinen letzten Schuss ins Ziel brachte. Er erreichte tolle 360 Ringe, allerdings rutschte man durch seine abschließende 7 wieder auf Tabellenplatz 4. Innerhalb den letzten 2 Minuten erzielte Julian Miehlich dann noch zwei 10er und eine saubere 9, sodass er ebenfalls mit glatten 360 Ringen vom Stand gehen konnte… Es war tatsächlich vollbracht! Mit einem Mannschaftsrekord von sagenhaften 1816 Ringen bog unser Quintett das schreckliche Tableau vom ersten Durchgang nochmals zurecht, sodass alle über einen 3. Tabellenplatz jubeln konnten, denn der Aufstieg in die Bayernliga-Südwest (die mit Abstand die stärkste Landesliga ist) war geschafft.

Da es zur Siegerehrung leider keine Trophäe und nicht einmal eine Urkunde gab, musste hierfür ein Pistolenkoffer herhalten. Natürlich blieb das Feierliche an diesem Abend nicht aus und wird im Sommer beim traditionellen Grillfest (diesmal hoffentlich größer als je zuvor) fortgesetzt.
Tja… Eine Traum-Saison für unser Quintett ist nun zu Ende, aber das ganze Land weiß: „Wir sind Bayernliga!“

