Chronik der Schützengesellschaft  Eintracht 1891 Schretzheim

 

 

 

Die Anfänge des Zimmer-Schützen-Vereins Schretzheim liegen etwas im Dunklen. Gegründet wurde der Verein 1891. Leider sind aus der Anfangszeit des Vereins keinerlei Unterlagen wie zB. ein Protokollbuch, Schieß- oder Kassenbuch aufbewahrt worden aus denen Einzelheiten zu entnehmen wären. Es existieren lediglich mündliche Überlieferungen bzw. alte Zeitungsberichte, die bis in die Zeit um die Jahrhundertwende zurückreichen.

Eine Original-Niederschrift ist vorhanden, nachdem der Zimmer-Schützen-Verein am 08.01.1906 dem 1904 gegründeten Donau-Brenz-Schützenverband beigetreten ist.

Es ist anzunehmen, dass die Gründungsmitglieder, es waren 14 Mann,  mit der ersten Gaumeldung übereinstimmen. Das Vereins- und Schießlokal war das Gasthaus „Zum Lamm“, Besitzer Heiß Johann.

Vorrangig war zweifellos die Anschaffung eines Zimmerstutzens mit dem Schießzubehör. Der Schießstand der damaligen Zeit bestand aus  einem  Kugelfang auf dem die Scheibe aufgesteckt war und einer Zielerdeckung hinter der der Aufzeiger saß. Da die Zeit um die Jahrhundertwende eine magere, bittere und notige Zeit war, wurden diese Gegenstände natürlich selbst hergestellt.

Zu Schießveranstaltungen damaliger Zeit sei gesagt, dass sich die Obrigkeit vom Gau vorab erkundigt hat „ob sie Geld hätten“. Denn erst dann konnte mit einer Veranstaltung begonnen werden. Die Geldpreise des Zimmer-Schützen-Vereins wurden in seidenen Säckchen verwahrt und bei der Siegerehrung den Siegern ausgehändigt. Ein „nobler“ Verein. Auch war es üblich, den Vorderen Lorbeerkränze bzw. Seidenfahnen zu überreichen.

Es war auch eine gewisse Kleiderordnung festgelegt. Sie besagte, dass es dem Schützen verboten war während des Schießens den Rock auszuziehen oder den Stutzen unter dem Rock in Anschlag zu bringen. Fürwahr eine sich selbst auferlegte und auch eingehaltene Regel eines Miteinanders und Füreinanders in der großen Schützenzunft. Seit Jahrhunderten pflegten Schützen im Umgang miteinander das brüderliche „Du“. Es ist nicht das „Du“ einer Kumpanei, auch nicht das Du einer bloßen Interessengemeinschaft. Dieses Du der Schützen ist aus einem ganz anderen Stamm gewachsen. Es kommt aus der Gemeinschaft der Zunft, der Gilde, also aus einem Zusammenschluß von Menschen, die ein gemeinschaftliches Ziel verbindet. Die Bezeichnung als „Schützenschwester“ und „Schützenbruder“ leitet man von den früheren Bruderschaften ab, die dem Beschützen und Bewahren galten. Die Waffen zu Beginn der Sportschützentums haben mit den modernen Sportgeräten heutiger Zeit wenig zu tun. Unsere Urväter waren in Staunen versetzt mit welcher Einfachheit diese heute zu bedienen sind. Von der Treffsicherheit, Präzision und Pflegeleichtheit gar nicht zu sprechen.

Eine besondere Sportart, die sich schon bald nach der Gründung des Vereins einbürgerte ist schon erwähnenswert. Das „Feuerschießen“ und das „Kleinkaliberschießen“. Mit dem Feuerstutzen, der einen Tyrolerschaft hatte, wurde nur stehend freihändig auf eine 20-kreisige Scheibe in 2 bis 3 Schußserien geschossen. Ausnahmen waren Meisterschaften. Der Stutzen war die Scheibenbüchse der Schützen schlechthin.

Da die Vorstandschaft des Zimmer-Schützen-Vereins sich gegen Neuerungen stellte, wurde von jungen Schützen ein eigener Verein ins Leben gerufen. Gründungs-Versammlung einer Schützengesellschaft „Eintracht“ war am 16. Oktober 1926 in der Fabrik-Wirtschaft in Schretzheim. Diese Wirtschaft wurde auch als Vereinslokal bestimmt. Beim gemütlichen Beisammensein mit Gesang und einem Glas Bier wurde der Gründungstag beschlossen.

Die Versammlung beschloß, dem Schützenverband „Schützenhort Dillingen“ beizutreten. Den Ausschlag gab wohl der Verbandsbeitrag. Dieser betrug damals 1 Mark pro Mitglied und Jahr, im Vergleich zum Donau-Brenz-Gau, der 2,50 Mark verlangte. Der Münchner Verband zum Vergleich kostete 10 Mark pro Jahr.

Am 17. August 1935 kündigte Herbergsvater Geiger der Schützengesellschaft „ Eintracht“ das Vereinslokal. In Übereinkunft mit Robert Heiß, dem Wirt der Gaststätte „Lamm“ wurde dieses nun auch zum Vereinslokal der „Eintracht“ gewählt. Dass eine Gaststätte in einem Dorf zwei Schützenvereine beherbergt, mag aus heutiger Zeit etwas seltsam wirken, aber die beiden Vereine teilten sich die Schießabende ein und kamen gut damit zurecht. Da sich die Mitglieder beider Vereine im Grunde einig waren, sollte der Zusammenschluss der Vereine schon bald vollzogen werden. Eine diesbezügliche Zusammenkunft im Jahre 1936 scheiterte jedoch  aus heute unbekannten Gründen. Ein weiterer Einigungstermin im Oktober 1938 brachte wegen Unstimmigkeiten in der Namensgebung des neuen Vereins ebenfalls keine Einigung.

Die letzte Generalversammlung vor Ende des Krieges war im Oktober 1944 im Vereinslokal „Lamm“.

Der Herbergsvater Robert Heiß lehnte dabei die Durchführung des Weihnachtsschießens wegen der immerwährenden Fliegeralarme ab. Daraufhin gestattetet die Familie Stetter das Schießen im Hause der Familie durchzuführen. Es wurde von der Stube in die Küche geschossen. Elf Schützen, das letzte Aufgebot, war am Start.

Am 3. Juni 1950 wurde die „Schützengesellschaft Eintracht“ im Schießlokal „Zum Lamm“ in Schretzheim wieder zu neuem Leben erweckt. Der Verein erhielt die Nummer 1052 im Bayerischen Sportschützen Bund. Bei der Vorstandswahl wurde auf die alte Garde zurückgegriffen, die vor der Vereinsauflösung tätig war.

27 Schützen bildeten den neuen Verein mit dem alten Namen. Was der neue Schützenmeister Oberfrank Leonhard über den Krieg herübergerettet hatte, versetzte alle in Erstaunen. U.a. kamen Königskette, die Teilermessmaschine, die Zielgeräte, ein Luftgewehr, Stempel, Schießscheiben, die Sterne zum Sternschießen u.v.a. wieder zum Vorschein.

Der 3. Juni 1950 ist ein markanter Tag der beiden Schretzheimer Schützenvereine. Der Zusammenschluss kam zustande. Der neue Vereinsname lautete: “Schützengesellschaft Eintracht 1891 Schretzheim“. Am Ende der Versammlung beschlossen die Anwesenden noch im darauf folgenden Jahr das 60-jährige Vereinsjubiläum zu feiern.

1964 war ein bedeutendes Jahre in unserer Vereinsgeschichte. Das   Vereinslokal wurde gewechselt. Gründe für einen Wechsel waren keineswegs ein Streit mit den Herbergseltern, sondern die Platzverhältnisse. Der Fußboden war wackelig, die Heizung und die Toilette wurden ebenfalls bemängelt.

Das neue Schützenheim sollte im Nebengebäude der Gastwirtschaft „Adler“ entstehen. Dort wurde die alte Kegelbahn zu einem kleinen Gastraum und zu sieben Schießständen umgebaut. Der Einzug in das  neue Vereinsheim sowie die Aufnahme des Schießbetriebes auf den modernen elektrischen Zugständen konnte nach drei Monaten Bauzeit gefeiert werden.

Im Herbst 1966 wurde das 75-jährige Vereinsjubiläum im kleinen Rahmen gefeiert. Da die Schützen neben dem Schießen mit Luftdruckwaffen auch das Schießen mit scharfen Waffen betreiben wollten, wurde der Bau einer entsprechenden Schießanlage beschlossen.

Im Jahre 1971 kaufte der Verein von der Gemeinde Schretzheim ein Grundstück zur Errichtung eines Pistolen- und Kleinkaliber-Schießstandes. Im Oktober 1972 war Hebauf.

Mit der Durchführung des Gauschießens im Frühjahrs 1973 wurde der Baubetrieb etwas unterbrochen. Das 22. Gauschießen des DBE Schützengaues in Schretzheim markierte mit 1089 Schützen eine Rekordteilnahme. Den Zeitzeugen von damals wird der nächtliche Sturm, welcher fast das gesamte Zeltdach davontrug, in Erinnerung geblieben sein.

Am 4.und 5. September 1976 wurde das neue K.K.-und Pistolenschützenheim eingeweiht. Es verfügt über fünf 25m Schießstände für Kurzwaffen und über sechs 50m Schießstände für KK-Langwaffen. Beide Schießstände waren zu Beginn offen, d.h. ohne Dach. Auf Grund der Lärmemmision und zum Zwecke der ganzjährigen Nutzung wurde der Kurzwaffenstand bereits nach einigen Jahren mit einem Dach ausgestattet.

Um das KK Schießen und die neue Schießanlage der Schretzheimer und Dillinger Bevölkerung näher zu bringen, wurde 1978 das Gästeschießen ins Leben gerufen. Dieses Schießen war über 26 Jahre ein fester Bestandteil des Schretzheimer Kalenders, bis es 2005 letztendlich mangels Beteiligung doch eingestellt werden musste. Ebenfalls im Jahre 1978 wurde die KK Stadtmeisterschaft ins Leben gerufen. Diese wird bis zum heutigen Tage jährlich auf unserer Schießanlage durchgeführt.

Das Jahr 1991 markiert mit dem großen Gauschießen anlässlich der Feier zum 100-jährigen Gründungsjubiläums einen Höhepunkt in der bisherigen Vereinsgeschichte.

Mit 1535 aktiven Schützen war das 40. Gauschießen in der Geschichte des Donau-Brenz-Egau Gaues das Drittgrößte überhaupt. Die Durchführung dieser zehntägigen Veranstaltung mit einem 2000 Personen fassenden Bierzeltes, welches an mehreren Tagen gefüllt war, war nur möglich da sich neben den Mitgliedern der Schützengesellschaft auch die Mitglieder anderen Dorfvereine beteiligt haben.

Die Tatsache, dass der Schützenverein zwei Schützenheime unterhielt, wurde von vielen Mitgliedern als unguter Zustand erachtet. Auf Grund der unterschiedlichen Disziplinen und Schießzeiten kannten sich die Schützen teilweise gar nicht. Um diesen Umstand zu beheben und um die mittlerweile auch veraltete Luftdruckschießanlage zu modernisieren, wurde am 25.09.1993 die Zusammenlegung in Form eines Erweiterungsbaus am KK-Schützenheim beschlossen.

Am 20.08.94 war es soweit, das Schnurgerüst wurde erstellt. Nach fast 4-jähriger Bauzeit konnte am 20./21.06.1998 das neue Schützenheim eingeweiht werden. Das neue Schützenheim beinhaltet jetzt neben den 25 m und 50 m Schießständen im Erdgeschoss nun auch zehn 10m Schießstände für Luftdruckwaffen im Obergeschoss. Es zählt somit zu den größten und umfassendsten Schützenheimen im Bereich des DBE Schützengaues. Die Auslegung des neu errichteten Obergeschosses ermöglicht auch die Durchführung von größeren Veranstaltungen. So wurden auch schon drei kleine Gauschießen (ohne Zeltbetrieb) auf unserer Schießanlage durchgeführt.

Dieser Überblick zeigt, dass der Verein langsam gewachsen ist und mit rund 200 Mitgliedern ein Teil der Dorfgemeinschaft ist.

 

Aus sportlicher Sicht sei erwähnt, dass die Schützen der Schützengesellschaft Schretzheim sich zu allen Zeiten rege und mit viel Erfolg an Rundenwettkämpfen und sonstigen Meisterschaften beteiligt haben.

 

 

 

Die Schützenmeister der  Schützengesellschaft Eintracht 1891 (und Vorgängervereine):

 

Bis 1938                               Mayer Urban; Holzmann;
                                       Mühleisen; Stetter Franz; Reich Josef
1926 – 1930                            Oberfrank Leonhard
1931 – 1934                            Riegg Xaver
1937 – 1940                            Götz Josef
1940 – 1958                            Oberfrank Leonhard
1958 – 1979                            Oberfrank Richard
1979 – 1998                            Güttinger Werner
1998 – 2000                            Singer Hermann
2000 – 2004                            Blender Wolfgang
2004 -                                 Graf Gerhard

 

 

Zweite Schützenmeister

 

???                                    (Muss erst noch entziffert werden)
1959 – 1967                            Seiler Kaspar
1967 – 1973                            Seeger Michael
1973 – 1979                            Golombek Losef
1979 – 1998                            Singer Hermann
1998 – 2000                            Blender Wolfgang
2000 – 2004                            Graf Gerhard
2004 -                                 Hiller Werner

 

 

Schriftführer:

 

                                       Fuchsluger Fritz
1926 – 1929                            Wollek Hans
1931                                   Durner Josef
1931 – 1933                            Heller Hans
1933 – 1935                            Saur Josef
1935 – 1937                            Milanello Franz
1937 – 1940                            Seiler Kaspar
1040 – 1942                            Deininger Josef
1950                                   Lutmayr Siegfried
1950 – 1951                            Oberfrank Richard
1951 – 1954                            Wörnhör Hans
1954 – 1958                            Güttinger Josef
1958 – 1979                            Philipp Rupert
1979 – 1980                            Mühlbacher Johann
1980 – 1985                            Seiler Adolf
1985 – 1987                            Weltzien Henner
1987 - 2016                            Singer Anton

2016 -                                 Brandmaier Walter

 

 

Kassierer:

 

                                       Deininger Josef
1926 – 1930                            Heller Hans
1930 – 1033                            Kleiber Markus
1933 – 1934                            Milanello Franz
1934 – 1937                            Saur Josef
1937 – 1940                            Rehm Anton
1940 – 1942                            Müller Josef
1942 – 1950                            Rehm Anton
1950 – 1958                            Oberfrank Richard
1958 – 1982                            Kirchmann Alfred
1982 – 1991                            Merz Josef
1991 – 1997                            Graf Gerhard
1997 – 2000                            Stetter Franz
2000 – 2010                            Eisenhofer Armin
2010 - 2016                            Bäsche Christian

2016 -                                 Singer Anton